Rechtsgebiet

Bußgeldbescheid & Ordnungswidrigkeiten

Bezahlen Sie nicht vorschnell — lassen Sie uns erst prüfen.

Bezahlen Sie nicht vorschnell — lassen Sie uns erst prüfen.

Nicht jeder Bußgeldbescheid ist korrekt. Messgeräte haben Toleranzen, Behörden machen Verfahrensfehler, und die Frage, ob Sie tatsächlich am Steuer saßen, ist nicht immer so eindeutig wie die Bußgeldstelle glaubt. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob ein Einspruch Sinn macht — bevor Sie zahlen.

Bescheid jetzt prüfen lassen | 069 / 999 99 33-10

  • Kostenlose Ersteinschätzung — innerhalb von 24 Stunden
  • 35+ Jahre Erfahrung im Verkehrs- und Ordnungswidrigkeitenrecht
  • Rechtsschutzversicherung? Wir übernehmen die Deckungsanfrage

Die drei größten Fehler nach einem Bußgeldbescheid

Fehler 1: Sofort bezahlen

Viele Betroffene zahlen den Bußgeldbescheid innerhalb von Minuten nach dem Öffnen des Briefs. Verständlich — man will die Sache vom Tisch haben. Aber: Mit der Zahlung akzeptieren Sie den Bescheid, die Punkte und das Fahrverbot. Rückgängig machen lässt sich das nicht mehr.

Fehler 2: Den Anhörungsbogen ausfüllen

Vor dem Bußgeldbescheid kommt oft ein Anhörungsbogen. Die Behörde fragt: Waren Sie der Fahrer? Was haben Sie zu dem Vorwurf zu sagen? Antworten Sie nicht. Sie sind nicht verpflichtet, sich selbst zu belasten. Jede Angabe, die Sie hier machen, wird im Verfahren gegen Sie verwendet. Auch der scheinbar harmlose Satz "Ich war der Fahrer" kann Ihre Verteidigungsmöglichkeiten zerstören.

Fehler 3: Die Frist verpassen

Die Einspruchsfrist beträgt 14 Tage ab Zustellung. Nicht ab dem Tag, an dem Sie den Brief lesen — ab dem Tag, an dem er in Ihrem Briefkasten lag. Wer diese Frist versäumt, für den wird der Bescheid rechtskräftig. Punkte, Fahrverbot, Bußgeld — alles endgültig.

Unsere Empfehlung: Legen Sie den Bescheid nicht beiseite. Fotografieren Sie alle Seiten, notieren Sie das Zustelldatum, und rufen Sie uns an. Die Ersteinschätzung ist kostenlos.

Typische Verkehrsordnungswidrigkeiten

Geschwindigkeitsverstoß

Der häufigste Grund für einen Bußgeldbescheid. Aber: Nicht jede Messung ist verwertbar. Messgeräte müssen geeicht, ordnungsgemäß aufgestellt und korrekt bedient werden. Die Messdatei muss vollständig vorliegen. Und der Toleranzabzug muss richtig berechnet sein.

Wir prüfen in jedem Fall: Welches Messverfahren wurde eingesetzt? Liegt die vollständige Messdatei vor? War das Gerät ordnungsgemäß geeicht? Stimmt der Toleranzabzug? Ist auf dem Beweisfoto überhaupt erkennbar, dass Sie am Steuer saßen?

Mögliche Folgen je nach Überschreitung:

  • Bis 20 km/h: Bußgeld, keine Punkte
  • 21–40 km/h: Bußgeld, 1 Punkt
  • 41–60 km/h: Bußgeld, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
  • Über 60 km/h: Bußgeld, 2 Punkte, 2–3 Monate Fahrverbot

Je höher die Konsequenzen, desto genauer muss die Messung sein — und desto mehr lohnt sich eine anwaltliche Prüfung.

Rotlichtverstoß

Bei Rotlichtverstößen unterscheidet das Gesetz zwischen einem einfachen Rotlichtverstoß (Ampel weniger als 1 Sekunde rot) und einem qualifizierten Rotlichtverstoß (Ampel länger als 1 Sekunde rot). Der qualifizierte Verstoß hat drastische Folgen: 200 Euro Bußgeld, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot.

Verteidigungsansätze gibt es dennoch: War die Ampelschaltung korrekt? Wurde die Rotphase richtig gemessen? Gab es einen Mitzieheffekt durch ein anderes Fahrzeug? Mussten Sie einem Einsatzfahrzeug ausweichen?

Handyverstoß

Seit der Verschärfung im Jahr 2017 drohen bereits beim einmaligen Handy am Steuer 100 Euro Bußgeld und 1 Punkt. Mit Gefährdung: 150 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot. Das Problem: Die Beweislage beruht fast immer auf der Aussage des Polizeibeamten. Und genau diese Aussage muss — wie das OLG Braunschweig kürzlich bestätigt hat — persönlich vor Gericht erfolgen. Ein bloß verlesener Polizeibericht reicht nicht.

Abstandsverstoß

Abstandsmessungen auf Autobahnen sind technisch komplex. Brückenmessverfahren (z.B. ViBrAM, VAMA) und Videoabstandsmessungen haben jeweils eigene Fehlerquellen. Die Auswertung der Messdaten erfordert Fachkenntnis — und genau hier setzen wir an.

Cannabis und Alkohol am Steuer

Seit der Cannabis-Legalisierung 2024 gilt ein THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml im Blutserum. Wer diesen Wert überschreitet, begeht eine Ordnungswidrigkeit (500 Euro, 1 Monat Fahrverbot). Bei höheren Werten oder wiederholtem Verstoß droht ein Fahrerlaubnisentzugsverfahren — das ist dann kein Bußgeld mehr, sondern Verwaltungsrecht.

Bei Alkohol: Bis 0,5 Promille ohne Ausfallerscheinungen ist die Fahrt erlaubt. Ab 0,5 Promille: Ordnungswidrigkeit. Ab 1,1 Promille oder bei Ausfallerscheinungen ab 0,3 Promille: Straftat — dann greift das Verkehrsstrafrecht.

Die Grenze zwischen Ordnungswidrigkeit und Straftat ist bei Alkohol und Cannabis fließend. Genau deshalb sollten Sie vor jeder Aussage einen Anwalt hinzuziehen.

Wann lohnt sich ein Einspruch?

Nicht bei jedem Bußgeldbescheid. Aber häufiger, als Sie denken.

Ein Einspruch lohnt sich besonders, wenn:

  • Ein Fahrverbot droht — besonders für Berufskraftfahrer, Selbstständige oder Pendler. In vielen Fällen kann ein Fahrverbot in ein erhöhtes Bußgeld umgewandelt werden (§ 4 Abs. 4 BKatV bei Ersttätern).
  • Punkte in Flensburg drohen — besonders wenn Sie bereits Punkte haben. 8 Punkte bedeuten den Verlust der Fahrerlaubnis.
  • Die Messung zweifelhaft ist — veraltete Geräte, fehlende Eichprotokolle, unvollständige Messdateien, falscher Aufstellort.
  • Sie nicht der Fahrer waren — die Behörde muss nachweisen, wer gefahren ist. Wenn das Beweisfoto unscharf ist oder Sie das Fahrzeug verliehen haben, steht der Nachweis auf wackeligen Beinen.
  • Verfahrensfehler vorliegen — fehlende Akteneinsicht, Verjährung, fehlerhafte Zustellung, unzulässige Beweiserhebung. Diese Fehler erkennen Laien in der Regel nicht.

Ein Einspruch lohnt sich selten, wenn:

  • Es nur um ein geringes Bußgeld ohne Punkte geht und die Messung eindeutig ist. Wir sagen Ihnen das ehrlich — wir nehmen keine aussichtslosen Einsprüche an, um Honorar zu generieren.

So läuft Ihr Einspruch ab

1. Ersteinschätzung (kostenlos)

Sie fotografieren Ihren Bescheid und senden ihn an uns — per E-Mail, über unseren Upload oder persönlich. Wir prüfen innerhalb von 24 Stunden, ob ein Einspruch Aussicht auf Erfolg hat, und geben Ihnen eine ehrliche Empfehlung.

2. Einspruch einlegen

Wenn ein Einspruch sinnvoll ist, legen wir ihn fristwahrend ein und beantragen Akteneinsicht. Erst mit der Akte — Messprotokoll, Eichschein, Messfoto, ggf. Messdatei — können wir die Verteidigungsstrategie festlegen.

3. Akteneinsicht und Prüfung

Wir prüfen die Akte auf Fehler: Eichprotokolle, Aufstellprotokolle, Schulungsnachweise des Messbeamten, Lebensakte des Messgeräts. In vielen Fällen finden wir Ansatzpunkte, die für Laien unsichtbar sind.

4. Verhandlung oder Einstellung

Viele Verfahren werden nach Akteneinsicht eingestellt oder reduziert — ohne Hauptverhandlung. Wenn es zum Gerichtstermin kommt, vertreten wir Sie vor dem Amtsgericht. In der Verhandlung stellen wir sicher, dass die Beweiserhebung ordnungsgemäß erfolgt und Ihre Rechte gewahrt werden.

Was kostet der Einspruch?

Die Anwaltskosten richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und hängen von der Höhe des Bußgelds ab. Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung mit Verkehrsrechtsschutz haben, übernimmt diese in der Regel die gesamten Kosten. Wir stellen die Deckungsanfrage für Sie.

Ohne Rechtsschutzversicherung: Wir nennen Ihnen die voraussichtlichen Kosten vor Mandatserteilung — transparent und ohne Überraschungen. Ob sich der Einspruch finanziell lohnt, besprechen wir gemeinsam.

Punkte in Flensburg — der schleichende Führerscheinverlust

Viele Autofahrer unterschätzen die Gefahr von Punkten. Das System ist streng:

  • 1–3 Punkte: Vormerkung. Noch kein direktes Risiko, aber der Zähler läuft.
  • 4–5 Punkte: Ermahnung durch das Kraftfahrt-Bundesamt.
  • 6–7 Punkte: Verwarnung. Letzte Warnung vor dem Entzug.
  • 8 Punkte: Entzug der Fahrerlaubnis. Keine Ermessensentscheidung — der Führerschein ist weg.

Punkte verjähren je nach Schwere des Verstoßes nach 2,5, 5 oder 10 Jahren. Aber: Die Verjährung jedes Punktes läuft unabhängig. Ein neuer Verstoß verlängert die Verjährung der alten Punkte nicht — aber er bringt Sie dem Limit näher.

Wenn Sie bereits Punkte haben, ist jeder weitere Bescheid eine strategische Entscheidung. Lassen Sie prüfen, ob ein Einspruch möglich ist, bevor Sie zahlen und den nächsten Punkt kassieren.

Häufige Fragen zu Bußgeldbescheiden

Muss ich den Anhörungsbogen beantworten?

Nein. Sie sind gesetzlich nicht verpflichtet, Angaben zur Sache zu machen. Auch die Frage, ob Sie der Fahrer waren, müssen Sie nicht beantworten. Unser Rat: Füllen Sie den Anhörungsbogen nicht aus. Schicken Sie ihn an uns — wir entscheiden mit Ihnen, ob und was geantwortet wird.

Kann ich ein Fahrverbot umgehen?

In bestimmten Fällen ja. Bei Ersttätern kann das Gericht unter Umständen vom Fahrverbot absehen und stattdessen das Bußgeld erhöhen (§ 4 Abs. 4 BKatV). Voraussetzung: Sie hatten in den letzten zwei Jahren keinen Eintrag. Auch berufliche oder persönliche Härten können ein Argument sein. Ob das in Ihrem Fall möglich ist, hängt von den konkreten Umständen ab.

Was kostet ein Anwalt bei einem Bußgeldverfahren?

Die Kosten richten sich nach dem RVG und hängen von der Höhe des Bußgelds ab. Bei einem Bußgeld von 200 Euro liegen die Anwaltskosten für das gesamte Verfahren (Einspruch + Akteneinsicht + ggf. Gerichtstermin) typischerweise bei ca. 500–800 Euro. Mit Rechtsschutzversicherung: in der Regel komplett gedeckt. Ohne RSV: Wir besprechen die Kosten vorab und ehrlich.

Lohnt sich ein Einspruch bei kleinen Bußgeldern?

Wenn es nur um 30 Euro ohne Punkte geht und die Messung eindeutig ist — meistens nicht. Aber wenn Punkte oder ein Fahrverbot drohen, ändert sich die Rechnung fundamental. Ein Monat ohne Führerschein kann für einen Berufskraftfahrer den Job kosten. In diesen Fällen lohnt sich der Einspruch fast immer.

Wie lange habe ich Zeit für den Einspruch?

14 Tage ab Zustellung des Bußgeldbescheids. Nicht ab dem Tag, an dem Sie den Brief gelesen haben, sondern ab dem Tag, an dem er in Ihrem Briefkasten lag. Samstage zählen nicht als Zustelltag, Sonntage und Feiertage auch nicht. Wenn Sie unsicher sind, ob die Frist noch läuft — rufen Sie uns an. Lieber einmal zu früh als einmal zu spät.

Was passiert, wenn ich die Frist verpasse?

Dann wird der Bußgeldbescheid rechtskräftig. Bußgeld, Punkte und Fahrverbot werden vollstreckt. Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist nur in Ausnahmefällen möglich — etwa wenn Sie nachweislich krank waren oder den Bescheid nicht erhalten haben.

Kann die Behörde mein Auto stilllegen, wenn ich nicht zahle?

Ja. Wenn ein rechtskräftiges Bußgeld nicht gezahlt wird, kann die Behörde Maßnahmen ergreifen: Erzwingungshaft, Vollstreckung über den Gerichtsvollzieher, oder — bei Verkehrsverstößen — ein Fahrtenverbot für das Fahrzeug. Lassen Sie es nicht so weit kommen.

Bescheid erhalten? Wir prüfen das — in 24 Stunden.

Fotografieren Sie Ihren Bußgeldbescheid, laden Sie ihn hoch oder rufen Sie uns an. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob ein Einspruch Sinn macht.

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